Aktuelle Pressemitteilung

Von den Vereinigten Arabischen Emiraten bis nach Wien

Wien, 31.01.2020

Beim Forum Krankenhaustechnik vom 27. – 29. Jänner 2020 spannte imh im Palais Eschenbach den Bogen von einem der modernsten Krankenhäuser der arabischen Welt bis nach Österreich.

VIPs haben es gut: 1000m² große Einzel-Bett-Zimmer im Al Ain Hospital

Im Herzen Wiens, im Palais Eschenbach, trafen sich zum wiederholten Male ExpertInnen aus den Bereichen Technik, Bau, OP-Management, Hygiene und Betrieb. Das Team der Planungsgesellschaft „Obermeyer Planen + Beraten GmbH“ beeindruckte mit einer Präsentation über das Projekt „Al Ain Hospital“. Eine Besonderheit des Krankenhauses in den Vereinigten Arabischen Emiraten stellen die VIP-Bereiche dar. Hier stehen für eine/n PatientIn Räumlichkeiten von 1000m² zur Verfügung.

Dipl.-Ing. (FH) Alexander Galvan und Dipl.-Ing. Architektin Sabine Steinert (Obermeyer Planen + Beraten GmbH) berichten über das Projekt Al-Ain Hospital in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Foto © imh / Interfoto)

Abweichungen zu österreichischen Krankenhäusern

Von dem in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplanten Krankenhaus können wir ÖsterreicherInnen nur träumen. Beim Betreten des Krankenhauses stehen PatientInnen und BesucherInnen in einer großen Shopping-Mall, bei der auch ein Kinderspielplatz oder ein Food-Court nicht fehlen. Im Außenbereich sind Gärten vorhanden, da Al Ain eine Oasenstadt ist und deshalb die „Oase ins Krankenhaus geholt wurde“.

Ein Glashaus in der Wüste – Ist das sinnvoll?

Diese Frage stellten sich wohl Einige. Wie kann es im Krankenhaus kühl bleiben, wenn die Temperatur nachts so gut wie nie unter 25 °C fällt? Die Antwort: Dickere Dämmungen, Massivbauten und viele Verschattungsflächen. Parallel führte das hausinterne Energieinstitut von Obermeyer Simulationen durch, auf deren Grundlage ein System zum Einsatz kam, bei dem gekühlte Luft nur in die unteren Bereiche mit Personenverkehr eingeblasen wird. Neben den klimatischen Herausforderungen steht das Team der Planungsgesellschaft Obermeyer, bei der Konferenz repräsentiert durch die Architektin Sabine Steinert und Projektmanager Alexander Galvan, auch vor kulturell geprägten Aufgaben.

Eigener Eingangs- und Aufenthaltsbereich für Frauen und Kinder

„Kulturelle Besonderheiten sind entsprechend einzuhalten und zu berücksichtigen“ – hier ist sich das Team einig. Deshalb ist nicht nur ein Eingang Frauen und Kindern vorbehalten, sondern auch ein großer Bereich innerhalb des Krankenhauses. In Österreich wäre so etwas wohl nicht möglich. Bei der Planung des Krankenhauses spielen kulturelle Aspekte eine entscheidende Rolle: „Das medizinische Personal des Krankenhauses kommt aus der ganzen Welt. Deshalb herrschen unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Prozesse funktionieren sollen. Durch permanente Einbindung der Nutzer muss hier Konsens geschaffen werden“, erklärte Architektin Sabine Steinert.

(Foto © imh / Interfoto)

Der Anfang mit BIM – Jetzt ein Ende in Sicht?

Das Al Ain Hospital zählt zu den ersten Großprojekten, die mithilfe von BIM (Building Information Modeling) geplant werden. BIM ist eine innovative Arbeitsmethode zur Planung von Gebäuden. Obermeyer Planen + Beraten zeigen auf, was durch digitales Planen und Bauen heute schon alles möglich ist. „Autodesk“, ein US-amerikanisches Software-Unternehmen, zeichnete das Projekt vor einigen Jahren mit dem BIM-Innovation-Award aus. Obwohl ein Großprojekt wie das Al Ain Hospital in Europa wohl nicht denkbar ist, sind sich die ExpertInnen einig, dass wir von diesem in Österreich einiges lernen können. Was die Fertigstellung des Krankenhauses angeht, heißt es „Gut Ding braucht Weile“ – nach 12 Jahren möchten die Projektbeteiligten den Bau noch im Jahr 2020 abschließen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.imh.at/krankenhaustechnik-rb/ 

 

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