Rückblick 13. Jahresforum Hotelimmobilie

27. und 28. Februar 2019, Hotel Schani, Wien 

„Die gute Stube in der Stadt – Hotels brauchen wieder eine Seele"

Standardisierung ist der Tod für Hotellerie & Städtetourismus

Beim 13. Jahresforum Hotelimmobilie trafen sich von 27.-28. Februar 2019 die Experten der Hotelimmobilienbranche zum fachlichen Austausch im Hotel Schani in Wien.

Michael Widmann (PKF hotelexperts), Vorsitzender und langjähriger fachlicher Leiter der Veranstaltung eröffnete mit den Worten:“ Wir glauben immer, wir müssen das Rad neu erfinden, aber manchmal liegen wir auch daneben.“

An den zwei Konferenztagen, wurde sowohl über Best-Practices gesprochen, aber auch weniger erfolgreiche Projekte wurden thematisiert und es wurde angeregt diskutiert, woran manche Dinge scheitern.

Michael Widmann (PKF hotelexperts)

Michael Widmann, PKF hotelexperts

Der Direktor von WienTourismus Norbert Kettner diagnostizierte ein gutes wirtschaftliches Umfeld und eine starke Nachfrage aus den wichtigen Herkunftsländern und Mag.(FH) Lukas Hochedlinger (Christie & Co Austria) prognostizierte ein anhaltendes und ungebrochen großes Interesse von Seiten inländischer und internationaler Investoren an österreichischen Hotelimmobilien. 

Norbert Kettner, WienTourismus

Norbert Kettner, WienTourismus

Mag.(FH) Lukas Hochedlinger (Christie & Co Austria)

Mag.(FH) Lukas Hochedlinger, Christie & Co Austria

Treat guests as locals and locals as guests!

Nichtsdestotrotz sind Standardisierung oder Mainstream nicht mehr zeitgemäß, denn der Gast von morgen ist auf der Suche nach dem Besonderen – nach der Seele, dem gewissen Etwas und im Moment werden viel zu wenige Hotels mit Seele gebaut.

Die Individualisierung der einzelnen Räumlichkeiten wird also eine der Herausforderungen der nächsten Jahre sein. Der Gast möchte sich nicht ständig an neue Gegebenheiten anpassen, sondern fordert, Räumlichkeiten die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind, wie Mag. Harald Ultsch (Harry’s Home) mit seinem Konzept Harry’s Home unterstrich. „Create your stay“ – richte deinen Aufenthalt so persönlich ein, wie du möchtest – ganz im Sinne von „Coming home!“, lautet die Devise bei Harry’s Home.

Auch die Max Brown Hotels haben sich auf die Fahnen geschrieben, dass Hotels auch sog. Begegnungszonen sein sollen, wie Myriel Walter durch die Vorstellung der Philosophie von Max Brown Hotels unterstrich: Treat guests as locals and locals as guests!

Mag. Harald Ultsch (Harry’s Home)

Mag. Harald Ultsch, Harry’s Home

Myriel Walter, Max Brown Hotels

Myriel Walter, Max Brown Hotels

Die Freilegung des Alten im Neuen

Dass das Rad nicht immer neu erfunden werden muss, bewies das Best Practice Beispiel aus Südtirol von Mirko Mocatti (Eigentümer Hotel Zum Hirschen).

Dem Familienunternehmen gelang es in the middle of nowhere die Vergangenheit in die Zukunft zu integrieren. In seinem Beitrag zeigte er auf, wie das Authentische in der Veränderung beibehalten und damit einem Haus auch Seele eingehaucht werden kann. Dass es Sinn macht in der Ferienhotellerie das „Draußen nach innen“ zu holen und die Natur ins Hotel zu integrieren unterstrich auch Thomas Reisenzahn (Prodinger) mit seiner Studie zum alpinen Lifestyle. Die Studie belegt, dass eine klare Positionierung sich auch durchaus positiv auf das Betriebsergebnis auswirkt.

Dass die Reduktion auf das Wesentliche nicht nur Baukosten und operative Kosten sparen kann, darüber wurde auf der Fachkonferenz gesprochen und diskutiert. Kein Mensch braucht heute noch ein Stadthotel mit einer Badewanne. Die Branche muss sich fragen, was ist heute wirklich noch buchungsrelevant und hier drehen sich die Anforderungen im Gegensatz zu früher gewaltig.

Mag.(FH) Martin Schaffer (MRP hotels) Vorsitzender des zweiten Konferenztages brachte in seinem Eröffnungsbeitrag die großen Herausforderungen für die Hotellerie auf den Punkt und sowohl TeilnehmerInnen als auch ReferentInnen waren sich einig, dass es heute da Service braucht, wo der Gast ihn auch als Mehrwert wahrnimmt. 

Mirko Mocatti

Mirko Mocatti, Eigentümer Hotel Zum Hirschen

Thomas Reisenzahn, Prodinger

Thomas Reisenzahn, Prodinger

Mag.(FH) Martin Schaffer, MRP hotels)

Mag.(FH) Martin Schaffer, MRP hotels

Ein Hotel ist viel mehr als nur Schlafplatz

Stichwort Coworking Space – der Flexibilität der neuen Arbeitswelten geschuldet, schätzen es immer mehr Personen, wenn im Hotel ein Arbeitsbereich zur Verfügung gestellt wird und zwar nicht in Form eines Schreibtisches wie früher, sondern als Community-Space. Das ein Coworking Space durchaus Potential hat einem Hotel eine Seele zu geben, unterstrich Mag. Benedikt Komarek (Hotel Schani) und die TeilnehmerInnen konnten sich an den zwei Konferenztagen selbst ein Bild davon machen. „Ich wollte eine belebte Lobby haben, wo sich Menschen treffen und dadurch konnten wir dem Schani eine Seele geben.“

Das auch neue Zielgruppen nicht außer Acht gelassen werden dürfen, bewies der Vortrag von Mag. Mirjana M. Messerer und DI Markus Moucka von der Stonehill Group, welche sich auf studentisches Wohnen spezialisiert haben. Sie erläuterten die Parallelen zum Hotel-Development und zeigten auf, dass die Steps in der Planungs- und Umsetzungsphase nahezu identisch sind.

Auch das Potential der Serviced Apartments wurde auf der Fachkonferenz thematisiert. Frau Vera Skala (Austria Real GmbH) unterstrich die Vorteile der Hospitality-Form und erklärte, dass geringere Personal- und Reinigungskosten, die bessere Planbarkeit sowie eine überdurchschnittliche Auslastungsrate und weniger saisonale Schwankungen für Serviced Apartments sprechen.

Benedikt Komarek (Hotel Schani)

Benedikt Komarek, Hotel Schani

Mag. Mirjana M. Messerer und DI Markus Moucka von der Stonehill Group

Mag. Mirjana M. Messerer und DI Markus Moucka von der Stonehill Group 

Vera Skala, Austria Real GmbH

Vera Skala, Austria Real GmbH

Von Pop-up bis Pop-down

Eine spannende Art der Zwischennutzung präsentierte Silvia Gschößer, Betreiberin von Österreichs 1. Pop Down Hotel, indem sie ihr Konzept vom „Hotel vor der Zukunft und nach der Vergangenheit“ präsentierte und den Generationenwechsel in der Hotellerie damit auch zum Thema machte. Silvia Gschößer betonte, dass ihre Familie den Bruch der konventionellen Regeln gewagt und somit etwas total Neues geschaffen hat.

Wie erfolgreich Out-of-the-box-Thinking sein kann, darüber sprach auch Chantal Cartier von Schweiz Tourismus. Sie erzählte vom Erfolg der Pop-up-Hotels in 11 Schweizer Städten. Sowohl bei der Kampagne in der Schweiz, als auch beim Pop Down Hotel im Zillertal spielt das authentische Erlebnis für den Gast und die Konzentration auf das Wesentliche eine zentrale Rolle.

Dass eine gute Positionierung untermalt mit einer starken Marke wesentlich zum Erfolg eines Hauses beiträgt, darüber berichtete Peter Katusak-Huzsvar (SO/ Vienna). Er lieferte einen spannenden Einblick in den erfolgreichen Rebranding-Prozess vom Sofitel zum SO/ Vienna.

Silvia Gschößer

Silvia Gschößer, Betreiberin von Österreichs 1. Pop Down Hotel

Chantal Cartier von Schweiz Tourismus

Chantal Cartier von Schweiz Tourismus

Peter Katusak-Huzsvar, SO/ Vienna

Peter Katusak-Huzsvar, SO/ Vienna

Die Marke muss aber auch zum Leben erweckt werden und dafür ist es gerade in Dienstleistungsunternehmen unabdingbar, dass die Mitarbeiter mit ins Boot geholt werden, denn schlussendlich arbeiten sie mit dem Gast und nicht die Betreiber und Investoren. Gerald Kröll bezeichnete das Leben der Marke in seinem Beitrag als GPS der Seele.

 

 

 

Gerald Kröll

Verborgene Wertschöpfungspotentiale

Vor der Etablierung einer Marke braucht es zuerst ein geeignetes Objekt und hier wurde auf der Fachkonferenz auch über ungenützte Kapazitäten gesprochen. Dipl. Ing. Konstantin Buhr berichtete über seine Tätigkeit bei MQ Real Estate und zeigte auf, wie aus Modulen auf einem ungenützten Parkdeck ein Hotel entstehen kann.

Dass man auch auf kleinstem Raum großes Schaffen kann, bewies Mag. Stefan Csejtei (Coore-GC Real Estate) indem er das Potential von Hybrid- und sog. Tribrid-Konzepten aufzeigte. Durch diese Konzentration auf das Wesentliche können auch massiv Kosten eingespart werden, denn die aktuelle Baukostenexplosion belastet die Branche sehr.

DI Herbert Logar (Lignum et Lapis), Mag. Hans Jörg Ulreich (Ulreich Bauträger) und der Generaldirektor der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank, Mag. Wolfgang Kleemann gingen in der Podiumsdiskussion der Frage nach, wie hoch die Preise noch steigen werden.

Dipl. Ing. Konstantin Buhr

Dipl. Ing. Konstantin Buhr 

Mag. Stefan Csejtei, Coore-GC Real Estate

Mag. Stefan Csejtei, Coore-GC Real Estate

DI Herbert Logar (Lignum et Lapis), Mag. Hans Jörg Ulreich (Ulreich Bauträger) und der Generaldirektor der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank, Mag. Wolfgang Kleemann

DI Herbert Logar, Lignum et Lapis, Mag. Hans Jörg Ulreich, Ulreich Bauträger und Mag. Wolfgang Kleemann, Österreichische Hotel- und Tourismusbank

Die Diskutanten waren sich einig, dass man dort abspecken muss, wo es rechtlich zulässig ist und auch über alternative Bauarten und –methoden nachdenken muss. Durch eine Optimierung der Grundrisse, einer smarteren Bespielung der Räumlichkeiten und einer intelligenteren Fassadengestaltung lassen sich nämlich gezielt Kosten einsparen. 

No Stars – Just MOOONS

Gestärkt mit diesem neuen Input in puncto Baukosten starteten die TeilnehmerInnen zur Besichtigung des Boutique-Hotel MOOONS, welches sich noch in Bau befindet. Mag. Stefan Hitzler (MOOONS Immobilien) gewährte exklusive Einblicke vor der offiziellen Eröffnung im August.

Das Quäntchen Seele

Die Conclusio des 13. Jahresforums Hotelimmobilie lautet: Mut haben, Fehler machen und aus diesen lernen. Am Ende des Tages muss man sich immer wieder aufs Neue fragen: Was kann man besser machen und ein bisschen Paranoia gehört dazu, denn dann funktioniert es auch mit dem Quäntchen Seele.

Hier finden Sie die Pressemeldung von kobzaintegra zum Ausflug ins Boutique Hotel MOOONS:

Mag. Stefan Hitzler (MOOONS Immobilien)

Mag. Stefan Hitzler, MOOONS Immobilien

Impressionen
13. Jahresforum Hotelimmobilie
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