Rückblick 3. Jahresforum Corporate Learning

27. – 28. November 2019 | Hotel Vienna South – Hilton Garden Inn, Wien

An zwei vollgepackten Veranstaltungstagen wurde auf den Fachkonferenzen Organisation in Unternehmen und Corporate Learning über sinnvolle Arbeit, Wissenstransfer in der Praxis sowie Fehlerkultur als Lernkultur gesprochen und philosophiert.

Da Organisationsentwicklung und Learning nicht immer klar trennbar sind, wurde der erste Veranstaltungstag von beiden Konferenzen gemeinsam gestaltet.

Über sinnvolle Arbeit in Zeiten der Digitalisierung …

Frau Prof. Dr. Tatjana Schnell (Universität Innsbruck) eröffnete die Fachkonferenzen mit einem spannenden Beitrag zum Thema Sinn und Bedeutsamkeit von Arbeit. Sie ging der Frage nach, wann Arbeit bedeutsam ist und was passiert, wenn die Sinnhaftigkeit bröckelt. Folgende vier Punkte müssen laut Prof. Dr. Schnell (Foto 7123) erfüllt werden, damit Arbeit Sinn macht: Bedeutsamkeit, Orientierung, Zugehörigkeit und Kohärenz.

Was passiert, wenn die Sinnhaftigkeit bröckelt?

Auch die dunklen Seiten der beruflichen Sinnerfüllung wurden im Beitrag nicht ausgespart, denn sinnvolle Arbeit darf nicht gleichgesetzt werden mit Arbeit als Lebenssinn. Somit wurden auch die schlimmen Effekte von Sinnverlust und dessen Folgen thematisiert. Folgende Auswirkungen sind unvermeidbar: Dienst nach Vorschrift, fehlendes Commitment, geringe Bindung, Zynismus – innere Kündigung, bis hin zur Sinnkrise. Auch der gesundheitliche Faktor darf nicht außer Acht gelassen werden. Sinn und arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden, physische sowie psychische, stehen in Zusammenhang mit Sinnhaftigkeit und Motivation.
Prof. Dr. Schnell hielt fest: „Sinn ist kein Gefühl, das spürt man nicht! Sinn muss erlebbar gemacht werden, denn es geht keiner zur Arbeit und denkt: ‚Ah, ist das wieder sinnvoll heute!‘“

Prof. Dr. Tatjana Schnell (Universität Innsbruck)

Bedeutsamkeit, Orientierung, Zugehörigkeit und Kohärenz – diese vier Punkte sind laut Prof. Dr. Schnell nicht zu viel verlangt und sollten eigentlich leicht umsetzbar sein. 

Führung als Sinnfrage und der Sinn des Erfolgs

Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner: „Geschwindigkeit macht uns zu Wartenden.“

Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner: „Geschwindigkeit macht uns zu Wartenden.“

Der Wirtschaftsliteraturpreisträger, Autor, Hochschuldozent und internationale Keynote-Speaker Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner ermahnte die TeilnehmerInnen mit den Worten: „Seien Sie die Stimme und nicht das Echo. Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus, denn wenn man ein Ziel erreicht hat, darf man auch stolz darauf sein und darüber sprechen.“

Am Anfang seines Beitrags stand sieben Mal die Enttäuschung im Fokus, von den Schattenseiten der Digitalisierung bis hin zum CO2-Ausstoß. Trotz aller Enttäuschung, über die Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner sprach, ist der Mensch die schönste aller Maschinen, denn Kapital kann man beschaffen, Fabriken kann man bauen, aber Menschen muss man gewinnen.

Vom Suchen und Finden

Die Vorbildfunktion ist neben Liebe und Angst, welche uns zum Laufen bringen, die wichtigste Grundvoraussetzung für Leadership, denn Motivierung wird nur dort gebraucht, wo der Sinn verloren gegangen ist.

„Fangen Sie dort an, wo die anderen aufgehört haben und machen Sie Menschen groß, dann wird auch der Erfolg groß“, mit diesen Worten beendete Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner seinen Vortrag.


Experimental Brainstorming


Proaktiv, interaktiv, experimentell und inspirativ ging es weiter. Gestartet wurde mit einer Experimental Brainstorming Session von hrdiamonds gemeinsam mit der ÖBB, welche über Knowledge Management in der Praxis sprachen.


Im Anschluss wurden den TeilnehmerInnen spannende Interactive Sessions geboten, in denen sie sich als QuerdenkerInnen beweisen konnten. Wissenstransfer aus erster Hand praktisch umgesetzt, boten die vier Sessions unterschiedlichen Ansätze, welche von den Experten geleitet wurden.

hrdiamonds und ÖBB

Gedankenspielraum: Interdisziplinäre Blickwinkel auf praxisrelevante Themen

Mag. Maximilian Lammer

Employee Experience: „People ignore organisations that ignore people“

Mag. Maximilian Lammer,Solopreneur, Employee Experience Pioneer & Designer

Ricardo Bayer

Methoden integrieren. Im Corporate Learning. In der lernenden Organisation.

Ricardo Bayer, CREATE 21.st century

Mag. (FH) Patricia Stark MBA

Design Thinking for organisations – Hype oder echter Mehrwert?

Mag. (FH) Patricia Stark, MBA, Creative Innovator, Externe Hochschullektorin

Dipl. (FH) Manuel Grassler

Play2Change Impuls – Und das Spiel kann beginnen!

DI (FH) Manuel Grassler, zertifizierter LEGO®Serious Play® Facilitator & Gründer von Visionen Bauen, Partner bei DesignThinkers Austria, Co Founder der Innovation Agent Academy, VISIONENBAUEN – Innovations- und Organisationsberatung e.U

Fehlerkultur ist Lernkultur!

Am Ende des ersten Veranstaltungstages widmete man sich dem Thema Fehler und das Tabu des Scheiterns wurde vor den Vorhang geholt. „Mut zum Fehler“ lautete die Devise und zwei großartige Redner sprachen über die sensationellen Effekte des Scheiterns. Sowohl Mag. Dejan Stojanovic als auch Damian Izdebski plauderten über Best Fails im Business und bewiesen den Teilnehmern, dass Scheitern sowohl Ausgangspunkt als auch Sprungbrett für eine positive Lernkultur ist.

Mag. Dejan Stojanovic

Mag. Dejan Stojanovic: „Scheitern ist Teil des Erfolges. Und nicht das Ende.“

Damian Izdebski

Damian Izdebski #startupagain

Never stop learning!

Am zweiten Veranstaltungstag ging es beim 3. Jahresforum Corporate Learning in die Tiefe. Unter dem Motto „Never stop learning“ lauschten die TeilnehmerInnen spannenden Best-Practice-Berichten und innovativen Ansätzen aus der Wissenschaft und Forschung.

Neben digitalem Lernen stand auch das Thema lebenslanges Lernen auf der Agenda. Gibt es einen Unterschied in puncto Lernen und digitale Kompetenzen – Ist Lernen eine Altersfrage?

Mag.a Maria Dorfer-Frick, MA BA und Mag. (FH) Edmund Panzenböck, MA von der Donau-Universität Krems präsentierten in einem sehr spannenden generationsübergreifenden Dialog, wie die unterschiedlichen Generationen lernen und plädierten dabei für Heterogenität, denn die Jüngeren können besser laufen, aber die Älteren kennen die Abkürzung.


Let’s play!

Im Fokus des zweiten Tages stand auch die Motivationskraft des Spielerischen, denn bei Learning mit Fun ist der Lernerfolg garantiert.

Spannende Praxisberichte von TUI, DONAU Brokerline, TARGOBANK und SPAR zeigten, wie Inhalte spielerisch aufbereitet werden können, um die Lernenden abzuholen und den Lernwillen zu aktivieren. Alle präsentierten Beispiele hatten eines gemeinsam: Mit Spaß fällt Lernen leichter!
Da die Umsetzung von Lernwelten bzw. die Implementierung kein Kinderspiel ist, sollten Unternehmen sich auf ihre Kernkompetenz, ihr Hauptgeschäft konzentrieren und somit um den Inhalt kümmern. Die Umsetzung kann ohne weiteres ausgelagert werden – Sowohl Knowledge Fox als auch imc bewiesen, dass sie absolute Experten in der Umsetzung von MicroLearning und E-Learning Projekten sind. Unternehmen müssen also einen Weg finden, um ihre MitarbeiterInnen, aber auch schon BewerberInnen abzuholen und zu begeistern und hierbei kann die Zusammenarbeit mit externen Profis wesentlich zum Lernerfolg und Lernerlebnis beitragen.

Auch die Wissenschaft durfte am zweiten Tag selbstverständlich nicht zu kurz kommen. Mag. Dr. Alexander Pfeiffer, MA, MBA (Massachusetts Institute of Technology) und Dr. Nikolaus König (Zentrum für Angewandte Spieleforschung, Donau-Universität Krems) präsentierten die neuesten Forschungsergebnisse in puncto Aus- und Weiterbildungsmanagement und versuchten den TeilnehmerInnen komplexe Themen wie Blockchain oder spielebasierte Kommunikations- und Lernprozesse näher zu bringen.

Oliver Nussbaum (imc)

Make or Buy? Über die strategische Überlegung von E-Learning Content Projekten sprach Oliver Nussbaum (imc Österreich)

Let’s get creative!

Am Ende des 2. Konferenztages wurde es noch bunt und lustig. Der Visual Catalyst Experte Markus Engelberger entführte die TeilnehmerInnen in die Welt des Sketchnoting. Mit Hilfe von zahlreichen praktischen Übungen präsentierte er die Grundlagen der Technik und die Anwesenden konnten sich selbst von den Effekten der Arbeit mit visuellen Werkzeugen überzeugen.

Zum Ausklang wurde den TeilnehmerInnen eine Exkursion ins Microsoft Learning Hub geboten. Der Teacherpreneur Kurt Söser setzte mit seinem Vortrag neue Impulse und entführte in die phygitale Welt. Voller kreativer Ideen, inspirierender Anreize und mit jeder Menge neuem Wissen gingen die TeilnehmerInnen nach Hause. Somit ist eines garantiert: Die nächsten spannenden Best-Practices werden kreiert und wer weiß, vielleicht bereits beim Jahresforum Corporate Learning 2020 präsentiert.

Markus Engelberger

Visual Catalyst Experte Markus Engelberger

Exkursion ins Microsoft Learning Hub

Exkursion ins Microsoft Learning Hub 

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