Rückblick EPCON 2019


3. – 4. April 2019, Schlosspark Mauerbach bei Wien

 

Die EPCON 2019: Das große Match um die Energiezukunft

Wenn Sie im Energiesektor arbeiten, fragen Sie sich vielleicht, warum Ihr Chef oder Ihre Chefin gerade am 3. April nicht im Büro war. Die Antwort finden Sie im beschaulichen Wienerwald. Dort nämlich, wo für gewöhnlich Regierungsklausuren oder OSZE Tagungen stattfinden – im Schlosspark Mauerbach bei Wien – trafen sich die Granden der österreichischen Energiebranche, um die Lage der Nation zu besprechen.

Wer die Spielregeln kennt, spielt erfolgreicher

Besondere Gesprächsthemen waren in diesem Jahr natürlich die verabschiedeten und im Werden befindlichen Gesetzestexte. Vom Clean Energy Package bis zum Erneuerbaren Ausbaugesetz, von der Gas-Binnenmarktrichtlinie bis zum integrierten Netzinfrastrukturplan reichten die Gespräche. Einen ersten Eindruck über die neuen und noch kommenden Themen lieferte der Chef der zuständigen Sektion im BMNT höchst selbst: Dr. Michael Losch. 2020 wird es wohl mit dem Erneuerbaren Ausbaugesetz soweit sein.

Wer erfolgreich spielt, verdient auch in Zukunft Geld

Wo sich die Gesetze ändern, ändern sich die Spielregeln und wo sich die Spielregeln ändern, dort fließt auch das Geld anders. Dazu kommen technologische Innovationen. Gebäude aus dem 3-D Drucker zum Beispiel. Die Grenzkosten gehen zukünftig gegen Null. Für den Sektor Energie bedeutet das, dass aus einer Ökonomie der Knappheit eine Ökonomie des Überflusses wird. In Kombination mit maximaler Transparenz wird das die Margen gehörig unter Druck bringen. Davon ist zumindest Prof. DI Timo Leukefeld überzeugt. Wie gehen also die heutigen Energieerzeuger mit den Sharingsystemen und Dienstleistungsangeboten der Zukunft um? Werden sie die Dienstleistungen bieten, die der Kunde, vielfach aus der Bau- und Immobilienwirtschaft, fordert? Oder kommen doch die großen Internetkonzerne zuvor? Fakt ist: Vereinfachung ist das Fundament neuer Geschäftsmodelle.

 

 

Plenumsdiskussion

V.l.n.r.: DI Barbara Steffl, imh; Dr. Michael Losch, BMNT; DI Karl Gruber, Wien Energie; Mag. Peter Oswald, Energie Steiermark Business; DI Dr. Susanna Zapreva, enercity; Dipl.-BW Walter Kreisel, MBA, W&KREISEL; Dr. Wolfgang Urbantschitsch, LL.M., E-Control; Mag. Günther Strobl, STANDARD

Die Regelsetzer und die Großmeister des Spiels

Und was machen wir jetzt daraus? Darauf antworteten dann wieder die Chefs. Nämlich jene der Energie Steiermark Business GmbH, der Energie-Control Austria, der enercity AG, der W&Kreisel Group und der Wien Energie GmbH. Die Stichworte die hierbei fielen, sind wohl keine große Überraschung: Von „Kundenvertrauen“ sprach Mag. Peter Oswald, vom neuen Stellenwert von „Energie-Communities und Elektromobilität“ nach EAG Dr. Urbantschitsch, von „Echtzeitwirtschaft“ und „Transparenz“ Dr. Zapreva. Weitere Ideen führte Walter Kreisel an: „Wertschöpfung behind the Smart Meter“ war eine Idee. Und von „sicherer, sauberer und emotional bindender Versorgung“ sprach DI Karl Gruber. „Ja eh“ sagen Sie? Klar. Der Unterschied ist: Hier wird nicht nur geredet. Hier wird auch getan. Sicher ist, die Chefs haben ihre Zeit auf der EPCON 2019 genossen. Die Frage ist eher, ob Sie die Abwesenheit des Führungspersonals ebenso genossen haben.

Dr. Michael Losch, BMNT gab einen Einblick in die energiepolitische Agenda 2019

Dr. Michael Losch (BMNT) gab einen Einblick in die energiepolitische Agenda 2019

Prof. DI Timo Leukefeld über ganzheitliche Energiekonzepte und den richtigen Einsatz von erneuerbaren Energien für ein energieautarkes Leben

Prof. DI Timo Leukefeld über ganzheitliche Energiekonzepte und den richtigen Einsatz von erneuerbaren Energien für ein energieautarkes Leben

EPCON 2019

Teilnehmer im Plenum der EPCON 2019

EPCON AWARD 2019

Die imh GmbH zeichnete im Zuge des 24. EPCON wieder die innovativsten Energie-Produkte und Konzepte, die auch die Endverbraucher überzeugen können, mit dem EPCON AWARD aus.

Der EPCON AWARD 2019 geht an die Energie Burgenland Fernwärme. Ihr Projekt „Wärmepumpenkonzept Neusiedl am See – Aus Windenergie wird Fernwärme!“ konnte sowohl bei der Jury, als auch bei den Endkunden im Online-Voting punkten.

Das Sieger-Projekt konnte sich bei insgesamt 17 Einreichungen durchsetzen. Im Online-Voting ergab sich, bei über 2.500 abgegebenen Stimmen, ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den drei Finalisten. Das Team der Energie Burgenland freute sich über den großen Zuspruch für ihr Projekt.

Den 2. Platz belegt die W & Kreisel GmbH mit ihrem Großformat-Batteriespeicher "neoom BLOKK". Der Piloteinsatz eines wasserstoffbetriebenen Busses der ÖBB-Postbus GmbH sichert sich den 3. Platz.

Den detaillierten Rückblick zum EPCON AWARD 2019 finden Sie hier.

Das Team der Energie Burgenland freute sich über den großen Zuspruch für ihr Projekt

v.l.n.r: Ing. Wolfgang Trimmel, MSc; DI Matthias Lehner, MSc; Dr. Alois Ecker; DI Esther Werderitsch; Mag. Klaus Maras

Energiemarkt neu aufgestellt?

Die Spielregeln werden neu aufgestellt?

Die EU beschließt: Es muss sich einiges auf dem Energiemarkt ändern. Aber was, wann, wie? Diesen Fragen widmete sich der zweite Tag der ECPON: "Energiemarkt neu aufgestellt?" Während nebenan neue Geschäftsmodelle geschmidet wurden, vertieften die Rechtsexperten die bekannten und werdenden Spielregeln. Herr Dipl.-Ing. Dr. Michael Fuchs, Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, führte als Vorsitz mit seiner Expertise zum aktuellsten Stand der Gesetze durch den Vormittag. Schließlich will die ambitionierte #mission2030 umgesetzt werden.

Vom Regelwerk zur Spielpraxis

„Energy Efficiency first“ betonte Mag. Dr. Heidelinde Adensam, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, und verwies auf die Energieeffizienzziele, die bis Mitte 2020 umgesetzt werden müssen. Dabei wird über die Umsetzung der ambitionierten Ziele intern noch heiß diskutiert. Im Gegenteil dazu erwartet Mag. Norbert Fürst, E-Control, nur wenig Veränderungen bei den Entwicklungen der Netzentgelte. Nachdem die Spielanleitung im Detail studiert wurde, ging der Blick in die Realität des CO2-Emissionshandels der voestalpine AG. Ing. Johann Prammer stellte die Forderungen, das Geld statt für das Zukaufen von Zertifikaten auszugeben, doch besser in Forschung und Entwicklung zu investieren. Neue Methoden, den Kohlenstoff durch Wasserstoff zu ersetzen, scheint der Beitrag zur Dekarbonisierung zu sein.

Das Publikum folgt aufmerksam was sich in nächster Zeit im Energiegesetz ändert.

Das Publikum folgt aufmerksam, was sich in nächster Zeit im Energiegesetz ändert. 

DI Dr. Gregor Taljan, Dr. Markus Kahles, DI Andreas Eigenbauer und Dipl.-Ing. Dr. Michael Fuchs beleuchten die aktuellen Gesetze zu Local Energy Communities.

DI Dr. Gregor Taljan, Dr. Markus Kahles, DI Andreas Eigenbauer und Dipl.-Ing. Dr. Michael Fuchs beleuchten die aktuellen Gesetze zu Local Energy Communities. 

Welche Spielregeln brauchen die neuen Akteure des Spiels?

Von der globalen Handelsperspektive schweift der Blick zurück in die EU und nach Deutschland: Dr. Markus Kahles, Stiftung Umweltenergierecht, zeigt die (neue) Rolle der Eigenversorger, Aggregatoren und PPAs auf. Besonders die rechtlichen Voraussetzungen für Local Energy Communities und (Groß)Speicher werden von DI Andreas Eigenbauer, E-Control, Dr. Markus Kahles und DI Dr. Gregor Taljan, Energienetze Steiermark GmbH diskutiert. Die Diskutanten sind sich einig: 2019 und 2020 sind wichtige Jahre für die europäische und österreichische Energiegesetzgebung. DI Andreas Eigenbauer erwartet große Schritte, bei denen hoffentlich nicht das Ziel aus den Augen verloren wird. Am Ende stehe immer die Frage: „Warum tun wir das eigentlich?“

Dr. Jürgen Schneider, Dr. Michael Losch und Mag. Lena Gattringer: Alle Neuerungen zu Clean Energy Package, Erneuerbaren Ausbaugesetz, Ökostromgesetz und -förderung und und und … kamen direkt aus erster Hand.

Dr. Jürgen Schneider

Dr. Jürgen Schneider

Dr. Michael Losch

Dr. Michael Losch 

Mag. Lena Gattringer

Mag. Lena Gattringer

Innovation – Produkt – Geschäftsmodell
Wolfgang Stroppa

In Tirol gibt es einige Großwasserkraftprojekte. UVP und Auflagen können dabei durchaus an den Nerven zehren. Wolfgang Stroppa weiß, wie man mit dieser Situation umgeht.

Woran denken Sie, wenn Sie an Energie denken? Kraftwerke? Atommeiler? Windräder? Vielleicht die Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach? Sieht die Gegenwart noch so aus? Sieht die Zukunft so aus?

Die einfache Antwort ist jein. Es geht weiter. Vielleicht denken Sie über ein Elektroauto nach. Reinhard Ungerböck (Grazer ENERGIEagentur) denkt bereits darüber nach, wie wir die Batterien, die dann am Ende der Lebenszeit angelangt sind, weiter verwerten und weiter verwirtschaften können. Die Energieversorger gehen aber auch etwas anders an die Sache heran als Privathaushalte. Die Fragen, die sich Menschen wie Stefan Kermer (Wien Energie), Thomas Wiedner (Energie Steiermark / Next GmbH) oder Gerd Schauer (Verbund) stellen, sind: Wie inkubieren wir Ideen in unsere über 100 Jahre gewachsene Strukturen? Gibt es Kompetenzen, die wir auch abgesehen von Energie verwerten können? Und meistens lautet die Folgefrage auf die soeben gestellte: Warum haben wir das bisher nicht gesehen? Und dann gibt es Startups, die man mitnehmen oder bekämpfen kann. Die Strategien sind sehr viel unterschiedlicher, als man beim Blick auf die österreichischen EVUs vermuten würde. Die Digitalisierung schlägt jedenfalls zu und Lösungen gibt es viele. Von Unternehmen wie PwC (um die Wechselwilligkeit von Energiekunden zu bewerten), e-Pilot (für eCommerce und die Cloud) oder Adaptricity (für die Hebung von Potentialen im Verteilnetz). Digitalisierung ist überall. An der EPEX Spot genauso wie bei Ihnen zu Hause am Smart Meter.

Experten unter sich. V.l.n.r.: Christian Hodgson (e-Pilot), DI Dr. Wagner-Bruschek (E-Control) Mag. Dr. Steinberger-Kern (The Blue Minds Company)

Experten unter sich. V.l.n.r.: Christian Hodgson (e-Pilot), DI Dr. Wagner-Bruschek (E-Control), Mag. Dr. Steinberger-Kern (The Blue Minds Company)

Karina Knaus PhD (Österreichische Energieagentur)

Lange hat sie uns beschäftigt, nun können wir tatsächlich Schlussfolgerungen ziehen: Die deutsch-österreichische Strompreiszonentrennung und Konsequenzen waren das Thema von Karina Knaus PhD (Österreichische Energieagentur)

Christoph Wolfsegger

Der klima und energiefonds fördert und fordert Start-Ups. Christoph Wolfsegger brachte vielversprechende Geschäftsideen mit. 

Smart Meter Arbeitskreis

Auch beim Smart Meter Arbeitskreis am 3. April wurde viel diskutiert. Die Bandbreite der Umsetzungsphasen im Rollout war groß. Trotzdem sind alle, vom Thema Security bis zu gewissen Gegenbewegungen zum Smart Meter, mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert.

DI Leo Kammerdiener, E-Control

DI Leo Kammerdiener (E-Control) informierte rund um die Zusammenhänge vom Clean Energy Package und Smart Meter und ging speziell auf das Thema Kundenschnittstelle ein.

Smart Meter Arbeitskreis

Nach der Stellungnahme der E-Control tauschten sich die Vertreter der Netzbetreiber über den jeweiligen Status quo und die weitere Vorgehensweise aus.

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