Rückblick imh Spezialtag MiFID II

4. Dezember 2019 | Renaissance Wien Hotel , Wien


Licht in die Schattenbereiche der MiFID II


Die Branche hat sich gut auf die Regulierungsflut durch MiFID II eingestellt und diese durch aufwendige Projekte abgearbeitet. Doch über ein Jahr nach der Anwendungsfrist gibt es weiterhin Klärungsbedarf und Auslegungsfragen. Auch 2019 nutzten über 60 Vertreter der österreichischen Bankenlandschaft den MiFID II Spezialtag, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Auf dem imh Spezialtag MiFID II am 4. Dezember 2019 ließen FMA-Vertreter, gemeinsam mit Experten aus der Praxis, das letzte Jahr „MiFID II in der Umsetzung“ Revue passieren und klärten offene Fragen.

MiFID II

„Bei welchem Text sonst, kann man 5 Jahre nach Erstellung noch über die Auslegung diskutieren?“, stellte der langjährige fachliche Leiter des Spezialtages, Werner Schorn (Erste Group Bank), amüsiert und doch kritisch fest.

Auf Europa-Ebene wird dazu noch viel diskutiert. „Wir wissen die Wirtschaft hat Wünsche!“, so Mag. Claudia Parenti, LL.M. (FMA) zur Komplexität der Richtlinie.

Die Aufregung rund um MiFID II hat sich noch nicht ganz gelegt und schon kommt der „nächste große Clou“ auf die Finanzindustrie zu. ESG-Faktoren waren omnipräsentes Thema am Spezialtag. Das Bewusstsein in diesen Bereichen nimmt sowohl seitens Aufsicht, als auch aus der Bankensicht zu. Frau Mag.  Parenti dazu: „Es ist ein sehr komplexes Thema, das von Jahr zu Jahr mehr Gestalt annehmen wird!“

Auch MiFID II wird in Richtung Nachhaltigkeit ergänzt. So wird es zu Anpassungen speziell bei Product Governance und der Eignungsprüfung kommen. „Ob unter MiFID II oder den ESG-Faktoren – Ziel ist und bleibt es, für den Kunden ein Produkt zu finden, das seinen Bedürfnissen entspricht!“, so Mag. Karin Lenhard von der Erste Group Bank.

Werner Schorn (Erste Group Bank)

Mit den Worten „MiFID II ist angekommen und wird gut abgearbeitet.“ schloss der Vorsitzende Werner Schorn (Erste Group Bank) die Fragerunde der FMA. Seine „Vorfreude“ auf MiFID III konnten die Teilnehmer eher nicht teilen.

Mag. Claudia Parenti, LL.M. (FMA)

Die ESMA arbeitet an der stärkeren Einbindung der Fragen aus der Wirtschaft. Mag. Claudia Parenti, LL.M. von der FMA zeigt sich positiv: „Im Großen und Ganzen wird mehr Transparenz geschaffen – Wir sehen den neuen Regelungen mit Optimismus entgegen.“

Mag. Karin Lenhard (Erste Group Bank)

Was unter dem Begriff der Nachhaltigkeit fällt, führt zurzeit zu riesigen wirtschaftlichen und politischen Diskussionen, erklärte Mag. Karin Lenhard von der Erste Group Bank. Trotzdem herrscht positive Stimmung, denn egal ob mit oder ohne Regulator, 2/3 der Finanzinstitute wollen sich künftig verstärkt an ESG-Faktoren orientieren.

Dr. Gerald Augustin, LL.M. (Raiffeisen Centrobank)

Viel Kopfzerbrechen gab es durch MiFID II im Bereich Best Execution. Dr. Gerald Augustin, LL.M. (Raiffeisen Centrobank) sprach über die ESMA Guidelines als Game Changer, die praktische Umsetzung und aktuelle Trends.

Mag. Fabian Schleser (GRAWE Bankengruppe) und DI Dr. Mustafa Radi (finAngel)

„Mit Transparenz begeistern – Wir haben ja nichts zu verstecken“, so Mag. Fabian Schleser (rechts) aus der GRAWE Bankengruppe. Frei nach diesem Motto führte DI Dr. Mustafa Radi von finAngel (links) in einer Live-Demo durch das Tool und präsentierte permanente Transparenz mit tagesaktuellen Daten.

Roman Rennhofer (Erste Group Bank)

MiFID II hat Jobs geschaffen, die nicht durch den Roboter übernommen werden können. Roman Rennhofer (Erste Group Bank) zu den Anforderungen und Verantwortungen eines Safeguarding Officers.

Dagmar Marion Graw (gd inside)

Dagmar Marion Graw von gd inside setzt auf transparente Nachvollziehbarkeit auf Knopfdruck. Im Use-Case der Raiffeisen Centrobank können bereits 98,5% der Trades vollautomatisiert bearbeitet werden. Dadurch generiert sich natürlich auch ein effizienterer Mitarbeitereinsatz, erklärt Projektpartner Dr. Gerald Augustin, LL.M. stolz.

Karin Kisling (Savity Vermögensverwaltung)

Karin Kisling von der Savity Vermögensverwaltung: „Man muss ein digitales Produkt wirklich leben!“ Es braucht Leute, Daten und Know-how, um den Robo-Advisor in Richtung Customer Relations zu nutzen.

Mag. Elias Forstinger (FMA)

„Im Wesentlichen führt man bei den vor Ort Prüfungen die Strategie aus 2019 weiter“, so Mag. Elias Forstinger von der FMA. So bleiben im Bereich der Wohlverhaltensregeln Transparenz und Informationspflichten wichtig. Auch die Compliance-Organisation wird man sich genauer ansehen: „Wenn die Compliance nicht passt, werden die dadurch kontrollierten Prozesse auch nicht passen.“

Pausendiskussion

Auch in den Pausen wurden die Statements der FMA fleißig weiter diskutiert.

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