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Der Wiener Immobilienmarkt aus der Sicht eines internationalen Investors
Fachbeirat:
FH-Doz. Dr. Wolfgang Amann
Geschäftsführer, IIBW – Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH
Mit Empfehlungen von Kathrin Gaál, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin der Stadt Wien & Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter Niederösterreich
Wien ist in jeder Hinsicht eine äußerst attraktive und wachsende Stadt, die viele Menschen anzieht. Leistbarer und lebenswerter Wohnraum wird damit in Wien auch in den kommenden Jahren sehr gefragt sein.
Die Stadt Wien nimmt ihre Verantwortung wahr und arbeitet konsequent an der Umsetzung des weltweit einzigartigen Wiener Wohnbaumodells. Mehr als 60 Prozent der Wienerinnen und Wiener leben im geförderten Wohnbau. Diese Politik des leistbaren Wohnraums hat eine preisdämpfende Wirkung für das Leben in der Stadt und stellt sicher, dass die Wohnkosten für alle Menschen leistbar bleiben.
Die enormen Anstrengungen der Stadt Wien im Wohnbau lassen sich in Zahlen gießen: Insgesamt sind mehr als 4.000 neue Gemeindewohnungen auf Schiene. Dazu werden in den kommenden Jahren weitere 1.500 Gemeindewohnungen Neu auf den Weg gebracht.
Aktive Wohnbaupolitik zu betreiben, heißt zu gestalten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, um den Charakter des Standorts zu wahren. Die jüngst präsentierte kleine Novelle der Wiener Bauordnung ist hier ein Paradebeispiel. Das Ziel dabei ist es, durch gezielte Regulierungen Einfamilienhaus- und Gartensiedlungsgebiete zu erhalten und zu schützen.
Unser Wiener Wohnbaumodell ist das Ergebnis eines bewussten politischen Weges. Sowohl bei Neubau als auch bei Sanierung stehen Leistbarkeit und Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Mittelpunkt. Im Zentrum des Wiener Wohnbaumodells steht das Wohl der Menschen und nicht möglichst hohe Profite für Spekulanten.
In diesem Sinn darf ich Sie auf der imh-Fachkonferenz begrüßen und Ihnen interessante Tage bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Der Immobilienstandort Wien und Umgebung“ wünschen.
Ihre Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin
Kathrin Gaál
Sehr geehrte Damen und Herren!
Standortentwicklung und Immobilienentwicklung sind zwei wesentliche Bausteine um unseren Lebensraum zum allgemeinen Wohl weiter-zuentwickeln. In diesem Sinne sind sie auch unverzichtbare Elemente sowohl in der Entwicklung des Stadtumlands als auch in der Stadtentwicklung Wiens selbst, sowie in der Landesentwicklung Niederösterreichs.
Raumordnung als vorausschauende Planungstätigkeit umfasst jedoch einen noch weiteren Aufgabenbereich als er im Begriff der Standortentwicklung enthalten ist: Raumordnung umfasst die ganzheitliche Gebietsentwicklung. Diese Gebietsentwicklung hat nicht bloß die potenziellen Standorte im Fokus, deren Entwicklung künftig gesteuert oder gar angestoßen werden soll. Raumordnung muss sich auch mit jenen Flächen befassen, die von einer Standort- oder Immobilienentwicklung bewusst ausgenommen werden sollen.
Bei der Erfüllung dieser Aufgabe scheint Raumordnung oftmals in einen Konflikt mit der Standort- oder Immobilienentwicklung zu geraten, wenn sie an verschiedenen Orten als „Bremserin“ oder Verhinderungsinstrument für die Entwicklung – des Standorts, der Immobilie – wahrgenommen wird. Tatsächlich erfüllt sie aber einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag, sie trägt dazu bei, das Standortumfeld und seine Freiraumqualitäten zu erhalten. Als bestes Beispiel möchte ich in diesem Zusammenhang den „Grünen Ring“ um Wien nennen, den wir vor einigen Jahren initiiert haben. Die Freiräume, deren Erhaltung diese Initiative gewidmet ist, haben vielfältige Funktionen, gerade auch für das Stadtgebiet.
In diesem Sinne hat das Land Niederösterreich im vergangenen Jahr das NÖ Raumordnungsgesetz einer umfassenden Novelle unterzogen, die dazu dienen soll, die Qualität der Planungsprozesse und der Planungsergebnisse zu heben. Einige wesentliche Punkte, die vor allem auf örtlicher Ebene wirksam werden, sind etwa die Einführung neuer Baulandwidmungsarten. Zudem wurden die Gemeinden mit dieser Novelle zu bodenpolitischen Maßnahmen bei allen Baulandwidmungen verpflichtet, um gewidmetes Bauland etwa durch Festlegungen von Befristungen oder Abschluss von Nutzungsverträgen zu mobilisieren bzw. verfügbar zu halten. Damit haben wir auch die Möglichkeiten für die Vertragsraumordnung erweitert. Damit soll auch dem „Ausverkauf“ der Ressource Raum entgegengewirkt werden, um langfristig Lebensraum und Lebensqualität – auch im Wiener Umland – zu sichern.
Kaum eine Immobilie kann unabhängig von den Qualitäten des Standorts entwickelt werden und kein Standort ist ohne seine Einbettung in sein Umfeld – den Raum – denkbar. Andererseits ist keine Raumentwicklung denkbar, wenn nicht privatwirtschaftliche Initiative einzelne Immobilien entwickeln möchte und das damit verbundene Risiko in Kauf nimmt. Diese beiden Seiten einer Medaille machen aus, was uns stolz macht: Die Schönheit, die Prosperität und die hohe Lebensqualität unserer Heimat.
Ich wünsche Ihrer Tagung viel Erfolg!
Ihr LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf