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imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI)
www.imh.at/kh-index

Spitals-Ambulanzen: Keine Entlastung durch Primärversorgungszentren

Eine Studie der imh GmbH analysierte die Herausforderungen für das Krankenhaus der Zukunft

Beim imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI) wurden 335 SpitalsmitarbeiterInnen befragt: über 70 % zeigen sich skeptisch bis ablehnend bei der Frage, ob Primärversorgungszentren die Ambulanzen wirklich entlasten. Dazu gibt es noch zu wenige, und sie müssten auch rund um die Uhr geöffnet haben.

Primärversorgungszentren bringen noch keine Entlastung

Seit fünf Jahren befragt die imh GmbH (vormals IIR) Krankenhauspersonal zu wichtigen Themen im Gesundheitswesen. Eine zentrale Fragestellung diesmal: Werden die Krankenhaus-Ambulanzen durch die Primärversorgungszentren tatsächlich entlastet? Die Antwort ist ernüchternd. Über alle Berufsgruppen im Krankenhaus hinweg zeigen sich die MitarbeiterInnen wenig optimistisch: 48,93 % antworten dezidiert „nein“; weitere 22,63 % sind unentschlossen. In Summe ergibt das 71,56 %. Die Befragten weisen darauf hin, dass es noch zu wenige Zentren gibt und ihnen auch nicht bekannt ist, dass weitere geplant wären. Außerdem müssten diese dann auch, wie die Ambulanzen, rund um die Uhr geöffnet haben. Insgesamt ist festzustellen, dass die MitarbeiterInnen in Krankenhäusern noch keine Entlastung spüren und kurzfristig auch nicht erwarten. In der Langfrist-Betrachtung zeigt sich allerdings eine Verschiebung: Im Jahr 2016 war dieser Wert noch um fast 15 Prozentpunkte höher, nämlich bei 86 %. Das heißt, die Skepsis war noch größer.

imh Krankenhaus-Vertrauensindex 2018 (KHVI): Entlastung durch Primärversorgungszentren – Auswertung allgemein

Entlastung der Ambulanzen durch Primärversorgungszentren – Auswertung allgemein

Einzig die ÄrztInnen blicken optimistischer in die Zukunft

Interessant ist die Auswertung nach Berufsgruppen. Es zeigt sich, dass die ÄrztInnen bei dieser Frage im Trend deutlich optimistischer sind als andere Berufsgruppen und das hat den Wert entsprechend beeinflusst: waren es letztes Jahr erst 7 %, die an eine Entlastung glaubten, sind es jetzt immerhin schon 20 %. Das ist ein stark positiver Trend. Bei der Pflege sind es immerhin 26 %, die sich Entlastung erhoffen – also deutlich mehr; nur ist das ein Rückgang um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Der Trend ist also negativ. Ähnlich bei den anderen Berufsgruppen im Krankenhaus: Diese sind zwar mit 22 % noch immer vergleichsweise zuversichtlich, allerdings ist dieser Wert sogar noch stärker rückläufig. Er betrug letztes Jahr noch 38 %. Es sind also einzig die ÄrztInnen, die einen Trend zu einer optimistischen Prognose für Primärversorgungszentren bewirken.

imh Krankenhaus-Vertrauensindex 2018 (KHVI): Entlastung durch Primärversorgungszentren – Auswertung nach Berufsgruppen

Entlastung der Ambulanzen durch Primärversorgungszentren – Auswertung nach Berufsgruppen

Vertrauen der MitarbeiterInnen in das eigene Krankenhaus ist hoch und steigt sogar

Der imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI) misst das Vertrauen in das eigene Krankenhaus. Als Indikator dafür gilt die Frage, ob sich die SpitalsmitarbeiterInnen im eigenen Haus behandeln lassen würden. Der KHVI erreichte 2018 einen Wert von 164,2 und damit den höchsten Wert seit der ersten Erhebung 2014.

imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI) – Auswertung allgemein

imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI) – Auswertung allgemein

Die gesamten Befragungsergebnisse finden Sie unter www.imh.at/kh-index

 

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